Sicherung und Weiterentwicklung des Künstlerstandorts Gaswerksiedlung Rummelsburg

DS/1965/IX

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

 

Das Bezirksamt wird ersucht, im Zuge möglicher städtebaulicher Umplanungen hin zu mehr Wohnen im Bereich der „Spreeküste“ sicherzustellen, dass die bestehende Nutzung der Gaswerksiedlung als Standort für Musiker und andere Kunstschaffende erhalten bleibt und keine Verdrängung durch neue Wohnnutzungen entsteht. Die künstlerische Nutzung des Areals ist bei allen weiteren Entwicklungsschritten zu berücksichtigen und planerisch abzusichern.

 

Zudem wird das Bezirksamt ersucht, das laufende Bebauungsplanverfahren für das Rechenzentrum an Kraftwerk für die Prüfung zu nutzen, ob die an den Künstlerstandort angrenzenden Teilgrundstücke entlang des Blockdammweges perspektivisch als Gewerbeflächen entwickelt werden können.

Ziel dieser Prüfung ist es, eine potenzielle Erweiterung der nutzbaren Flächen des bestehenden Künstlerareals zu ermöglichen und damit die kulturelle Infrastruktur im Ortsteil dauerhaft zu stärken.

 

Begründung:

Die Gaswerksiedlung in Rummelsburg hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Standort für Musikerinnen, Musiker und andere Kunstschaffende entwickelt. Die vorhandenen Proberäume, Ateliers und Werkstätten stellen eine für Lichtenberg bedeutende kulturelle Ressource dar. Zugleich befindet sich das umliegende Gebiet der sogenannten „Spreeküste“ in einem städtebaulichen Entwicklungsprozess, in dessen Verlauf verstärkt Wohnnutzungen entstehen könnten. Ohne eine frühzeitige planerische Berücksichtigung besteht die Gefahr, dass der bestehende Kulturstandort durch Umnutzungsdruck oder veränderte Rahmenbedingungen verdrängt wird.

 

Eine planerische Sicherung der künstlerischen Nutzung ist daher notwendig, um die kulturelle Vielfalt und die stadtweit anerkannte Bedeutung des Areals langfristig zu gewährleisten. Darüber hinaus bietet das laufende Bebauungsplanverfahren die Chance, angrenzende Flächen entlang des Blockdammweges auf ihre Eignung für kulturelle Nutzungen hin zu untersuchen. Eine mögliche Erweiterung des bestehenden Kulturstandorts würde nicht nur den Bestand sichern, sondern könnte auch weitere kreative Arbeitsmöglichkeiten schaffen und die kulturelle Infrastruktur im Bezirk ausbauen. Die frühzeitige Prüfung dieser Entwicklungsoptionen liegt im Interesse der Kulturförderung sowie einer ausgewogenen städtebaulichen Entwicklung des Ortsteils Rummelsburg.

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