CDU fordert wirkungsorientierte Steuerung der Jugendhilfe – Prävention darf kein Blindflug bleiben

Makoschey: Ohne solide Datenbasis wissen wir nicht, ob unsere Prävention wirkt

„Das Bezirksamt hat mit seiner Antwort auf unsere Große Anfrage deutlich gemacht, dass es keine belastbaren Daten über die Wirksamkeit präventiver Angebote in Lichtenberg gibt“, erklärt Dennis Makoschey, jugendpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion Lichtenberg. „Das ist ehrlich – aber auch alarmierend. Wir investieren jährlich Millionen in Prävention, ohne zu wissen, ob diese Mittel tatsächlich dazu führen, dass weniger intensive Hilfen zur Erziehung nötig werden.“

Aus Sicht der CDU sei das ein strukturelles Problem. Für viele Jahre – insbesondere vor 2008 – liegen keine Daten vor, und auch eine kleinräumige Auswertung nach Bezirksregionen fehlt. „Das bedeutet: Wir wissen nicht, wo Prävention wirkt und wo sie versagt. Damit verschenken wir die Chance, Mittel gezielt dort einzusetzen, wo sie am dringendsten gebraucht werden“, so Makoschey weiter.

Andere Kommunen seien hier deutlich weiter. „In Nordrhein-Westfalen hat das Modell ‚Kein Kind zurücklassen!‘ gezeigt, dass Präventionsketten funktionieren können, wenn sie wissenschaftlich begleitet und systematisch ausgewertet werden. Die zuständige Bezirksstadträtin muss ihrer Verantwortung nachkommen und nicht nur Empfehlungen aussprechen, sondern selber steuern.

Die CDU-Fraktion fordert deshalb eine grundlegende Neuausrichtung in der Steuerung der Jugendhilfe: „Wir brauchen endlich ein modernes, kleinräumiges Datenmanagement und ein verbindliches Wirkungscontrolling – notfalls in Kooperation mit wissenschaftlichen Partnern“, fordert Makoschey. „Nur so können wir faktenbasiert entscheiden, ob Prävention tatsächlich Hilfen zur Erziehung entlastet.“

Letztlich gehe es dabei nicht um Parteipolitik, sondern um die Kinder und Familien in Lichtenberg. „Sie haben Anspruch auf wirksame Unterstützung – und wir als Politik haben die Pflicht, Wirkung auch nachzuweisen“, so Makoschey abschließend.